Der Markt für Fiber-to-the-Home (FTTH) in Deutschland, Österreich und der Schweiz befindet sich weiterhin in einer dynamischen Wachstumsphase. Ende Juni 2025 lag die Glasfaserausbauquote (Homes Passed) in Deutschland bei 52,8 Prozent – ein Zuwachs von fast 10 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. Dennoch nutzen aktuell nur rund 27 Prozent der Haushalte einen aktiven Glasfaseranschluss, die Nachfrage steigt aber weiter deutlich an. Die Wettbewerber der großen Netzbetreiber tragen dabei den Großteil des Ausbaus, was den Wettbewerb und Innovation vorantreibt.
In Österreich und der Schweiz ist die Entwicklung ähnlich, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt: Während die Schweiz mit einer Abdeckung von über 70 Prozent im FTTH-Segment europaweit führend ist, bleibt Österreich aktuell hinter dem EU-Mittel zurück und erreicht um die 50-Prozent-Marke bei der Versorgung.
Obwohl der Ausbau in den vergangenen Jahren zügig voranschritt, ist das Potential im DACH-Raum enorm: Besonders in Mehrfamilienhäusern, ländlichen Regionen und industriellen Gebieten wartet noch ein erheblicher Teil an Haushalten und Unternehmen auf den Anschluss. Die ambitionierten Ziele der nationalen Gigabit-Strategien – eine flächendeckende Versorgung bis 2030 – setzen den Sektor weiter unter Druck, denn das Ausbauziel droht ohne verstärkte Investitionsanreize und technische Innovation zu scheitern.
Herausforderungen bleiben dabei der Mangel an Fachkräften, langwierige Genehmigungsprozesse und hohe Ausbaukosten. Noch immer verhindern klassische Verlegeverfahren und starre Netzarchitekturen einen schnellen, wirtschaftlichen Rollout – zum Nachteil der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts.
Gerade angesichts steigender Investitionssummen und stagniertem Netzzugang liegt der Schlüssel für die nächste Ausbaustufe in der Innovation:
Neue modulare Netzarchitekturen, die offene Netzzugänge ermöglichen, senken die Bau- und Betriebskosten und sorgen für mehr Wettbewerb.
Fortschrittliche Microduct-Systeme und vorkonfektionierte Komponenten beschleunigen Installation und Inbetriebnahme.
Intelligente Synergieausnutzung – zum Beispiel durch die Bündelung mit Energieprojekten – reduziert Material- und Baukosten spürbar.
Digitalisierung von Planung, Aktivierung und Support vereinfacht Prozesse und macht den Kundenservice effizienter.
Diese Ansätze ermöglichen nicht nur schnellere Projekte, sondern sorgen auch für einen höheren Return on Investment und erleichtern die Erschließung bislang unterversorgter Gebiete. Die Servicequalität im Netzbetrieb verbessert sich damit ebenfalls spürbar.
Angesichts der ambitionierten Ausbauziele bis 2030 steht der FTTH-Markt im DACH-Raum an einem Wendepunkt. Die nächsten Jahre werden von der Fähigkeit der Branche geprägt sein, innovative Technologien und smarte Netzkonzepte großflächig zu implementieren. Die Nachfrage steigt – und zugleich eröffnet sich für Planer, Betreiber und Komponentenentwickler ein enorm großes Wertschöpfungspotential.
Die Zukunft liegt in intelligenten Netzlösungen und starken Partnerschaften – für ein digitales Zuhause in ganz Europa.
Quellen:
BREKO Marktanalyse 2025
MyProvider Blog
FTTH Conference 2025