Es gibt Kabel in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen. Vom klassischen Kupferkabel über Stromkabel mit Aluminiumkern bis hin zu einem mit goldenem Leiter
… und es gibt Glasfaserkabel.
Worin unterscheiden sich die beiden Übertragungsmedien?
Als offensichtlichsten Unterschied würde ich die Größe bzw. den Leitungsquerschnitt anführen. Während wir bei einem klassischem Kupfer-Telefonkabel von Durchmesser zwischen 0,4 – 0,8 mm2 sprechen, ist bei einer Singlemode Glasfaser der Übertragungskanal gerade mal 9μm (Mikrometer) groß.
Jetzt fragst du dich sicher, wie groß 9μm überhaupt sind? Das ist keine Größenangabe die so üblich ist.
Wenn ich in meinen Präsentationen über dieses Thema spreche, verwende ich sehr gerne den direkten Vergleich mit einem Haar. Ein Kopfhaar zum Beispiel, ist schon unglaublich dünn – im Schnitt 50-80μm. Umgerechnet sind das 0,05 – 0,08mm.
Der Kern der Faser, wo wir Daten übertragen, hat aber nur 9μm also ca. 1/7 eines dickeren Kopfhaares. Wenn wir uns das grafisch anschauen würde es wie folgt aussehen:

Beeindruckend, oder?
Der zweite große Unterschied zwischen den beiden Kabelarten, ist die Art welches Signal übertragen wird. Bei dem Kabel mit metallischem Leiter, erfolgt die Übertragung mittels eines elektrischen Signals.
Bei den Glasfasern erfolgt die Übertragung mittels eines optischen Signals, also Licht.
Wie sieht es mit den Geschwindigkeiten aus?
Hier müssen wir auch zwischen zwei Aspekten unterscheiden. Zum einem haben wir die Datenrate, also Mbit/s und die Signalausbreitungsgeschwindigkeit, also mit wie viel km/s das Signal durch das Kabel jagt.
Und ihr werdet gleich sehen, warum diese Unterscheidung so wichtig ist.
Schauen wir uns zu Beginn die Signalausbreitungsgeschwindigkeit an. Das Licht breitet sich im Vakuum – zum Beispiel im Weltall – mit einer Geschwindigkeit von annähernd 300.000 km/s aus. Da in einem Standard-Glasfaserkabel kein Vakuum besteht, sondern das Licht durch physisches Glas durch muss, verringert sich die Geschwindigkeit. Und zwar wird das Licht auf ca. 200.000 km/s „gebremst“.
In einem Kupferkabel breitet sich das elektrische Signal mit einer ähnlichen Geschwindigkeit aus. Somit hält sich der Unterschied zum Glasfaserkabel sehr in Grenzen.
Wo der Unterschied allerdings um Welten auseinander liegt, ist bei der Datenrate.
Während über ein Kupferkabel, nur auf einer kurzen Strecke Datenraten im einstelligen Gbit/s Bereich erreicht werden können, sind bei LWL-Strecken Größenordnungen von mehreren 100 Gbit/s über Distanzen von dutzenden Kilometern Standard.
Hinzu kommt noch der Faktor der Störanfälligkeit. Während Kupferkabel anfällig für elektromagnetische Beeinflussungen sind, ist das Glasfaserkabel nahezu komplett unempfindlich für solche Störungen.
Glasfaserkabel sind der Schlüssel zur digitalen Zukunft. Sie vereinen enorme Übertragungsgeschwindigkeiten mit höchster Stabilität – und ermöglichen so das Internet von morgen schon heute.
Aber wie ist jetzt so ein Glasfaserkabel aufgebaut? Das werdet ihr im nächsten Artikel herausfinden.